AIDS in Afrika – die vergessene Seuche

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Trotz aller Kampagne und Aufklärungsarbeit ist AIDS eine Krankheit, die noch immer nicht besiegt ist. Gerade in Afrika breitet sich die Seuche weiterhin aus. Dort leiden Millionen an der Immunschwächekrankheit. Viele Bewohner Südafrikas sind besonders betroffen. Es sind vor allem junge Frauen und Mädchen, die den HI-Virus in sich tragen. Etwa 28 Prozent aller Schülerinnen sollen nach Angaben des südafrikanischen Gesundheitsministeriums an AIDS erkrankt sein. Die Seuche grassiert in allen Teilen der Bevölkerung. Bei einer Bevölkerungszahl von 50 Millionen leiden etwa 6 Millionen Menschen an der Krankheit. Die Lebenserwartung ist daher auf 52 Jahre gesunken. Tagtäglich sterben etwa 1000 Menschen in Südafrika an der Seuche, doch diese erschreckenden Zahlen spielen im europäischen Diskurs eine untergeordnete Rolle.

Stattdessen existieren Vorurteile, die Afrikaner führten ein ausschweifendes Sexleben wie z. B. hier, worauf die Ausbreitung der Krankheit dann vereinfachend zurückgeführt wird. Dabei gibt es ganz andere Ursachen. Die weiße Bevölkerungsminderheit, die Südafrika mehr als einhundert Jahre beherrschte, ignorierte die Ausbreitung der Krankheit. Den erkrankten Farbigen wurde kaum Hilfe angeboten. Doch auch nach dem Ende der Apartheid wurde die Seuche nicht grundlegend bekämpft. Die mangelnde Versorgung mit Verhütungsmitteln war einer der Gründe, der dazu führte, dass sich die Seuche ausbreiten konnte. Außerdem behauptet die katholische Kirche bis heute, dass die Verwendung von Kondomen der christlichen Lehre widersprechen würde. Doch der größte Faktor für die Ausbreitung der Seuche ist die mangelnde Aufklärung über die Ursachen der Krankheit.

So erklärte selbst der jetzige südafrikanische Präsident Jacob Zuma, dass er nach dem Beischlaf mit einer an AIDS erkrankten Frau geduscht hätte, um sich gegen die Krankheit zu immunisieren. Die ehemalige Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang bewarb Knoblauch, Rote Bete und Olivenöl als Gegenmittel. Einige Wissenschaftler, Politiker und die Angehörigen von Hilfsorganisationen klagten sogar darüber, dass sie durch die Regierung Südafrikas keine Hilfe zu erwarten hätten. An der Ausbreitung der Seuche waren verschiedene Regierungsakteure tatsächlich beteiligt, weil sie tatenlos zusahen. So wurde den Erkrankten nicht geholfen.

In letzter Zeit scheint sich das Denken aber verändert zu haben. Die jetzige Gesundheitsministerin Barbara Hogan nennt die Dinge beim Namen. Nun werden auch Hilfsorganisationen durch finanzielle Mittel unterstützt. In Khayelitsha, einem der Elendsviertel Kapstadts, konnten Hilfsorganisationen, die mit der örtlichen Verwaltung zusammenarbeiteten, seit 2005 mehr als eine Millionen kostenlose Kondome verteilen. Dort sank die Infektionsrate um fünfzig Prozent. Die Kampagne von Khayelitsha könnte ein Beispiel für Südafrika und den übrigen afrikanischen Kontinent werden. Vielleicht schwinden dann auch endlich die europäischen Vorurteile vom ausschweifenden Sexleben der Afrikaner.

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